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als Bürger und
Bürgerinnen Europas sind wir erschüttert zu sehen, wie Europa unter Ihrer
Führung in seiner Verfassung verankerte Menschenrechte einbüßt, um die
eigenen Grenzen zu „verteidigen", 2015 war - entgegen allen anders lautenden
Behauptungen - eine überwältigende Werbung für Europa. Es ist das Jahr, in
dem Europa, insbesondere Deutschland, der Welt gezeigt hat, wie man
menschenwürdig und klug mit einer grollen Herausforderung umgehen kann, wenn
man an die Werte in unserer Gesellschaft glaubt, wie es Frau Merkel mit „Wir
schaffen das" getan hat. Das ist es, was Leadership im guten Sinne ausmacht.
Sie dagegen haben
vor einigen Tagen mit bedrückender Kaltherzigkeit Soldaten gelobt, die mit
Tränengas, Blendgranaten und scharfer Munition gegen Flüchtende, gegen
Frauen und Kinder vorgegangen sind. Es sind Flüchtende, die unbewaffnet,
traumatisiert, durchnässt und frierend nach Europa kommen, um sich in
Sicherheit zu bringen. Sie haben für dieses Vorgehen noch dazu Hilfe aus
Brüssel zugesagt. Und Sie intervenieren nicht, wenn Griechenland erstmals in
der europäischen Geschichte das Asylrecht aufkündigt.
Europa droht
gerade unter Ihrer Führung sein Rückgrat zu verlieren. Überzeugte Europäer
wie wir schämen sich für dieses Europa. Kritiker Europas werden nicht ohne
Genugtuung beobachten, wie Europa gerade seine moralische Integrität
verspielt und dies damit rechtfertigt, seine Außengrenzen zu verteidigen.
Tatsächlich geht es dabei um ein paar tausend wehrlose Flüchtende und nicht
um bewaffnete Angreifer.
Sie wären durchaus
in der Lage, Europa anders zu führen. Natürlich könnte Europa Asylgesuche
auf menschenwürdige Art und Weise bearbeiten und die Flüchtenden
integrieren. Man brauchte Mut und den klaren Willen, Mitmenschlichkeit und
die Wahrung der Menschenwürde vor andere Interessen zu stellen. Indem Sie
sich für den brutalen Grenzschutz Griechenlands bedanken, erlauben Sie, dass
nationalistische Kräfte erstarken und Sie ermutigen diejenigen, die Fremdes
und Fremde hassen. Dabei sind es gerade diese Kräfte und nicht die
Geflüchteten, die gegenwärtig Europa und seine Stabilität am meisten
bedrohen.
Als Präsidentin
der Europäischen Kommission tragen auch Sie Verantwortung, wenn Europa seine
Werte vor den Augen der Weltöffentlichkeit verrät. Stattdessen ist es
oberstes Gebot, die Menschenwürde für alle zu wahren, die hier leben, zu
Gast sind oder Asyl und Schutz suchen. Die Bürger und Bürgerinnen Europas
haben es nicht verdient, in ihrem Einsatz für Mitmenschlichkeit so
unterschätzt und ignoriert zu werden.
Wir
appellieren an Ihr Gewissen, Frau von der Leyen!
Susanne
Adolph, Hakim Al-Kabi, Anne Carls, Ingrid Andresen-Dannhauer, Esther
Bejarano, Edith Beßlihg, Lynn Beßling, Ursula Beßling, Carola von Bismarck,
Christian von Bismarck, Maria von Bismarek^Hendrikje Blandow-Schlegel,
Isabel Bogdan, Dr. Martin Brunner, Tim Burkert, Kilian Deery, Hans-Henning
Doerr, Werburg Doerr, Ralf Dörwang, Dr. Thomas Dreyer, Marion Eckardt,
Michael Eggers, Alexandra Elek, Karl Fisher, Nadja Frenz, Liv Lisa Fries,
Sabine Gattermann, Ralf Gotter, Silke Gümmer, Thomas Gürtler, Michael Gwosdz,
Andrea Hackbarth-Roüvel, Susann Haltermann, Fritz von Hammerstein, Johanna
von Harnrnerstein, Bebend Hartnagel, Uwe Haug, Brigitte Hirsch; Michael
Horn, Gordon Isler, Theresa Jakob, Dr. Ulrich Karpens^ein, Robin Kiso,
Hartmut Klenke, Frederice Klinge, Jürgen Kphne, Karin Könne, Susanne
Kochdoch-Klockow, Angelika Kramer, Alexander von Lenthe, Alice von Lenthe,
Christian von Lenthe, Maria von Lenthe, Sophie von Lenthe, Sophie Löffler,
Fra von Massow, Max Moor, Karina Nebel, Ana-Josefina Nickele, Matthias
Niemarth, Jens Nommel, Ute Nöth, Helga Obens, Bernd Ölejak, Marga Olejak,
Manfred Ossenbeck, Thorsten Pannen, Hölger Peters, Heidrun Petersen-RÖmer,
Tony Petersen, Evi Pfeiffer, Stephan Pfeiffer, Isabel Polanco-Bertram,
Annegret Rejch, Pheline Roggan, Prof. Dr. Matthias Ross, Anne Schäfer,
Volker Schönenberger, Britta Schwartau, Kathrin Schwarz, Cornelie
Sonntag-Wolgast, Miriam Stein, Judith Sumalvico, Moritz von Treuenfels,
Moritz Vierboom, Paul Telsen Weller, Julia Westtake, Anne Woywbd, Donata von
Wulffen, Dominik Zorn |
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